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Was versteht man unter Design Thinking? 

Unter dem Begriff Design Thinking versteht man einen Kreativprozess, um Ideen zu entwickeln. Die Design-Thinking-Methode fokussiert sich darauf, Innovationen hervorzubringen, die sich am Nutzer orientieren und seine Bedürfnisse befriedigen. Im Gegensatz zu vielen Herangehensweisen in Wissenschaft und Praxis, bei denen die technische Lösbarkeit im Vordergrund steht, steht hier der Mensch im Fokus.

Design Thinker schauen durch die Brille des Nutzers auf die komplexe Problemstellung. Sie versetzen sich dadurch in die Rolle des Anwenders. Damit dies gewährleistet werden kann, werden systematische Herangehensweisen aus dem Design-Bereich verwendet. 

Eine Grundannahme des Design Thinkings ist es, dass Innovation in der Schnittmenge aus den drei Komponenten Mensch, Technologie und Wirtschaft entsteht. Nur wenn alle drei Faktoren beachtet sind, kann sich eine Innovation durchsetzen.

Die Komponenten des Design Thinking 

Die Methode des Design Thinkings, von der Innovationsagentur IDEO entwickelt, basiert auf 4 wesentlichen Elementen:

  1. iterativer Prozess
  2. eigene Werte
  3. interdisziplinäre Teams 
  4. mobile Raumkonzepte 

Iterativer Prozess

Ein grundlegender Bestandteil des Design Thinking Prozess ist der klar strukturierte Prozess. Dieser besteht aus 6 Schritten und wird in iterativen Schleifen durchlaufen:

  1. VerstehenZuerst einmal geht es darum,  dass Problemfeld zu verstehen. Ziel ist, dass alle Mitglieder des Teams zu Experten werden. Anschließend soll eine geeignete Frage formuliert werden, die die Bedürfnisse und Herausforderungen des Projekts definiert. 
  2. Beobachten: Der nächste Schritt besteht darin eine intensive Recherche durchzuführen. Hierbei steht eine umfassende, vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit der Zielgruppe im Vordergrund. Es sollen wichtige Erkenntnisse erlangt werden und die Rahmenbedingungen definiert werden.
  3. Point-of-view: Die gewonnen Einsichten sollen nun zu einem gemeinsamen Standpunkt zusammengeführt werden. Ziel ist es das Erreichen einen gemeinsamen Wissenstands des Teams.
  4. Ideenfindung: Dies ist eines der Kernelemente des Design Thinkings. Hierfür kann jede beliebige Kreativitätstechnik wie beispielsweise Brainstorming angewendet werden. Ziel dieses Prozessschrittes ist es, möglichst viele Ideen zu generieren und diese zu strukturieren. Hierbei sollen die vielversprechendsten Ideen nach Attraktivität, Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit ausgewählt werden.
  5. Prototyping: Nun sollen aus den ausgewählten Ideen möglichst schnell Prototypen entwickelt werden. Ein Prototyp kann viele verschiedene Formen annehmen wie beispielsweise in Papierform, ein Rollenspiel oder Storytelling. Ziel dieses Schrittes ist es, die Idee zu verstehen und weiterzuentwickeln.
  6. VerfeinerungIn diesem Schritt soll, nachdem die Prototypen konkrete Formen angenommen haben, ein offener Dialog zwischen der Zielgruppe und den Design Thinking Teams erfolgen. Das Feedback aus diesem Gespräch soll weitere Ansatzpunkte für Verbesserungen und Alternativen liefern.

Eigene Werte

Ein weiterer Bestandteil des Design Thinkings sind die eigenen, deutlich definierten Werte einer Brainstormingphase, wie zum Beispiel: 

  1. Arbeite visuell 
  2. Nur einer spricht
  3. Fördere verrückte Ideen 
  4. Stelle Kritik zurück 
  5. Quantität ist wichtig 
  6. Bleib beim Thema 
  7. Baue auf den Ideen der anderen auf 

Interdisziplinäre Teams

Die dritte Komponente der Methode sind multidisziplinäre Teams. Dies ermöglicht die Entwicklung unterschiedlicher Herangehensweisen an die Problemstellung, da die Personen aus unterschiedlichen Disziplinen kommen. Hierbei kann es sich um unterschiedliche berufliche Bereiche als auch verschiedene Kulturen handeln. Zudem können es auch Alters- und Geschlechtsunterschiede sein. Damit wird ein möglichst umfangreicher Blick auf die Thematik gewährleistet, da unterschiedliche Meinungen, Erfahrungen und Perspektiven zusammengebracht werden.

Mobile Raumkonzepte

Die vierte Komponente des Design Thinking Ansatz ist das mobile Raumkonzept. Bei der Methode des IDEO Design Thinking spielt der Raum eine wichtige Rolle. Das Design Thinking fordert optimierte, räumliche Gegebenheiten, damit sich ein kreativer Prozess entwicklen kann. Dies umfasst beispielsweise frei bewegbare Möbel, Platz für Whiteboards und auch Materialien zur prototypischen Gestaltung.

Bekannt geworden ist der Begriff durch den Aufbau eines eigenes Instituts an der Stanford University in Amerika. Das dort ansässige Hasso Plattner Institut ist beispielsweise durch eine Solar-Lampe für die dritte Welt bekannt geworden. Hiervon inspiriert, gibt es auch ein Institut in Potsdam, die HPI School of Design Thinking.

Tipps für ein erfolgreiches Design Thinking

  • Verwenden Sie Design Thinking vom Beginn des Innovationsprozesses, da es hilf mehr Ideen in kurzer Zeit zu erforschen
  • Orientieren Sie Ihre Herangehensweise am Menschen
  • Berücksichtigen Sie Kollaborationspotential mit Kunden und Konsumenten
  • Verfolgen Sie Große und Kleine Projekte
  • Vermeiden Sie Einschränkungen durch starre Budgetzyklen, da Design Thinking schnell erfolgt
  • Fördern Sie das Design Thinking der Mitarbeiter durch Trainings
  • Achten Sie darauf, dass der komplette Designzyklus durchlaufen wird

Kritik und Grenzen des Design Thinkings

Da beim Design Thinking die Bedürfnisse des Nutzers im Fokus steht, können andere wichtige Faktoren in den Hintergrund rücken, wie beispielsweise die Bedürfnisse der Mitarbeiter oder ökologische Betrachtungen.

Oftmals wird auch kritisiert, dass bei einer Vielzahl an Seminar und Trainingsanbietern für Design Thinking der Schwerpunkt häufig nur auf der Frage nach den Kundenbedürfnissen liegt. Die Aspekte der Wirtschaftlichkeit und der Umsetzung geraten oftmals in den Hintergrund. Die Folgen davon sind, dass oftmals in der Praxis vielen Design Thinking Teams nicht gelingt, die im Design Thinking Workshop entwickelten Ideen auch umzusetzen.

Abschließend lässt sich zu der Methode des Design Thinkings sagen, dass es kein Allheilmittel der kreativen Problemlösung ist. Dennoch ist es sinnvoll die Methode anzuwenden, wenn es um die Bearbeitung von Problemen geht, bei denen die Nutzererfahrung im Vordergrund steht.