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Amazon Pantry

Was genau ist Amazon Pantry? 

Amazon Pantry war eine Art “Online-Supermarkt”. Das Angebot war von Oktober 2015 bis Juni 2020 in Deutschland und Österreich verfügbar. Die Initiative war ein Versuch, den digitalen Lebensmittelhandel zu etablieren. Dabei sollten die Kunden vom Zugang zu preisgünstigen Produkten des täglichen Bedarfs profitieren.

Die digitale Vorratskammer der Pantry Produkte

Pantry wird aus dem Englischen etwa mit Vorratskammer übersetzt. So kann das Prinzip von Amazon Pantry recht gut veranschaulicht werden. Kunden konnten aus tausenden preisgünstigen Produkten mit dem Amazon Pantry Siegel eine Art Online Einkaufswagen zusammenstellen. 

Dieser sollte in etwa einem realen Wagen entsprechen und umfasste daher 20 Kilogramm beziehungsweise 110 Liter. Die aktuelle Füllvolumen des Einkaufswagens wurde nach jedem Produkt angezeigt, welches neu hinzugefügt wurde. 

Wenn ein Einkaufswagen voll war, konnte trotzdem ein weiterer befüllt werden. Eine Füllmenge von 100% durfte, musste aber nie erreicht werden. Pro Einkaufswagen wurde schließlich eine Amazon Pantry Box an den Kunden versendet.

Die Produktvielfalt entsprach in etwa dem Sortiment eines gut sortierten Supermarkts. Dabei handelte es sich um Artikel des täglichen Bedarfs wie haltbare Lebensmittel, Pflege, Tiernahrung, Haushaltswaren, Drogerieprodukte und vieles mehr. Lediglich frische Lebensmittel wurden nicht angeboten. Denn diese waren im separaten Angebot “Amazon Fresh” erhältlich. 

Exklusiver Zugang für Amazon Prime Kunden

Prime Mitglieder genießen Zugang zu  schnellem und kostenlosem Versand. Aber sie profitieren auch von verschiedensten ausgewählten Angeboten wie etwa Amazon Pantry. Die Form des Wocheneinkaufs ohne zu Schleppen und ohne das Haus verlassen zu müssen sollte eine Amazon Prime Mitgliedschaft noch attraktiver werden lassen. Denn von Beginn an durften ausschließlich Kunden mit einem Prime Konto das Angebot nutzen und von seinen Vorteilen profitieren.

Bestellvorgang bei Amazon Pantry 

In nur wenigen Schritten konnte eine Bestellung einfach und unkompliziert abgeschlossen werden: 

1. Gewünschte Produkte finden im Amazon Pantry Shop oder via Amazon Suche nach Artikeln mit dem Pantry Logo 

2. Die Befüllung der Box beginnt, sobald ein qualifiziertes Produkt dem regulären Amazon Einkaufswagen hinzugefügt wurde. 

3. Wie viel Platz das jeweilige Produkt im virtuellen Einkaufskorb einnimmt, wird jeweils angezeigt 

4. Die Pantry Box(en) beliebig voll befüllen. Wenn die erste Box voll ist, wird automatisch eine Weitere geöffnet. 

5. An der Kasse den Kauf wie gewohnt abschließen

6. Innerhalb von 2-3 Werktagen (Deutschland) oder 3-4 Werktagen (Österreich) wird die Bestellung bequem nach Hause geliefert. 

Kostenpunkt: Mindestbestellwert und Versand der Pantry Produkte

  • In der Startphase zu Beginn hat Amazon für jede Box 4,99 Euro Versandkosten berechnet. Einen Mindestbestellwert gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht
  • Später wurde die Lieferpauschale auf 2,99 Euro pro Box gesenkt. Ab 29 Euro Einkaufswert erfolgte der Versand sogar kostenlos
  • Die letzte Preisveränderung hielt bis zum Ende von Amazon Pantry an. So lag der Versandpreis schließlich bei 3,99 Euro für die erste Box und bei 0,99 Euro für jede Weitere.

Die Kunden hatten zudem die Option, ein Wunschlieferdatum zu bestimmen. Dabei erhöhten sich die Kosten allerdings auf 5,99 Euro für die erste Box und 1,99 Euro ab der Zweiten.

Auch wurde nun der Mindestbestellwert auf 15 Euro angehoben. Der Vorteil war jedoch, dass ab 90 Euro Bestellwert 4 Euro Rabatt gewährt wurde. Die Versandkosten waren (zumindest für die erste Pantry Box) somit wieder ausgeglichen. 

Warum Amazon Pantry schließlich abgeschafft wurde

Kritikpunkte der Verbraucher waren unter Anderem, dass nicht alle gewünschten Produkte für Amazon Pantry verfügbar waren. Wollte man beispielsweise Pasta mit Tomatensoße bestellen, konnte es unter Umständen passieren, dass die Pasta als reguläres Amazon Produkte gelistet war und die Soße das Amazon Pantry Siegel hatte. Somit waren zwei separate Bestellvorgänge nötig, wofür im schlimmsten Fall zwei Mal Versandkosten anfielen. 

Des Weiteren wurde bemängelt, dass in jedem Fall die volle Höhe an Versandkosten zu zahlen war. Auch wenn ein Kunde nur wenige Produkte mit geringem Gewicht in seinem Einkaufskorb hatte. 

Amazon Prime Kunden wünschten sich auch, die Produkte würden erhältlich sein mit schnellerer Lieferung ohne Mindestbestellwert. Und auch die Versandkosten schienen ein Problem darzustellen. Denn für all diese Services zahlten sie schließlich mit ihrem jährlichen Prime Mitgliedsbeitrag. 

Da sich Amazon Pantry letztlich nicht mehr gelohnt hat, beschloss Amazon, das Angebot im Sommer 2020 nach etwa fünf Jahren zu beenden. Das bestmögliche Kundenerlebnis zu bieten steht für Amazon jedoch noch immer an oberster Stelle. Deshalb wurde beschlossen, dass die meisten Bestseller von Amazon Pantry ins reguläre Amazon Sortiment mit aufgenommen werden. Somit sind diese nun auch für Kunden ohne Prime Mitgliedschaft zugänglich und die oben genannten Probleme konnten effektiv gelöst werden. 

Amazon Agentur